Wir sind nach Estelí gefahren, das befindet sich immer noch im zentralen Hochland von Nicaragua.
Hier planten wir zwei Ausflüge in jeweils einen Nationalpark und ein Reservat. Ich sag euch gleich, nichts davon hat geklappt. Altbekanntes Problem. Die Straßen dorthin waren ab einem bestimmten Punkt ohne Allradantrieb nicht mehr befahrbar.
Also berichte ich von dem Rest unseres kurzen Aufenthaltes in Estelí.
Hier hatten wir ein eigentlich ganz süßes Haus auf einer kleinen Farm.


Den Esel nannten wir Lenny, er war das einzige Tier, das sich von uns streicheln lies und zum Zaun kam. Für Lenny kauften wir deshalb Äpfel im Supermarkt. Diese lies er sich dann schmecken, während die anderen neidisch aus der Entfernung zuschauten, wie die Kuh hinter Lenny z.B. 😂
Ursprünglich hab ich auf der Farm ein einzelnes Zimmer gebucht, jedoch war das Badezimmer in diesem nicht in Ordnung. Darum bekamen wir dafür das riesen Haus mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, Wintergarten usw. Alles mega cool zunächst, wir freuten uns.

Drinnen fiel auf, dass alle Fenster mit Vorhängen verhangen waren und durch die wenigen Fenster, die es überhaupt gab, nur sehr wenig Tageslicht hinein kam. Tagsüber war hier alles noch ganz ok, weil wir viel im Garten waren, aber abends fiel uns der Grusel in diesem Haus auf.
Die Lampen, die es drinnen gab machten super spärliches Licht und tauchten alles in schattige Ebenen. Kims Laptop schaltete sich zwei mal von allein an und am Auto ging mehrmals einfach die Warnblinkanlage los. Vor allem die Schaukelstühle, die im viel zu leeren und dunklen Wohnzimmer standen waren mir mehr als suspekt. Ich finde Schaukelstühle sind wahre Gruselrequisiten. 😵 Man wartet nur darauf, dass sie wippen, ohne dass jemand darin sitzt.
Die erste Nacht war ungemütlich und ständig hörte man irgendwelche komischen Geräusche. Den Tag verbrachten wir dann damit, wieder nicht an unser geplantes Ziel zu kommen.
Obwohl es draußen heiß war, überzogen mich im Haus ständig Kälteschauer und ich musste mir dicke Socken und einen Pulli anziehen. Als Kim mir daraufhin sagte, dass ihm auch kalt sei (und ihm ist NIEMALS kalt) lieferte er mir im gleichen Moment die Erklärung dafür, warum es so kalt im Haus ist. Böse Geister – sie entziehen ihrer Umgebung Energie und deshalb ist es kalt, da wo sie sind.
Einige finden das jetzt alles vielleicht sehr amüsant oder albern aber wir meinen das ernst und glauben an sowas. Für uns war klar, dass wir uns schleunigst aus dem Staub machen wollten. Eigentlich hätten wir noch diesen Tag und die Nacht gehabt, aber da unsere Ausflüge sowieso bereits gescheitert waren und wir uns null wohlfühlten, ergriffen wir die Flucht. Ich buchte uns eine Nacht eher in unserem kommenden Hotel ein. Wir packten unsere Koffer, winkten dem verdatterten Hausmeister noch freundlich zu und fuhren endlich Richtung Meer.
Auf unserer Fahrt dorthin konnten wir wenigstens aus der Ferne zwei wunderschöne Vulkane bestaunen.




















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