Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, muss ich noch eine Geschichte vom Flughafen in Nicaragua erzählen. Bei unserer Ankunft wollten wir Geld tauschen und sind zu einem Exchange gegangen. Am Flughafen gab es kein Wlan, also konnten wie den Tageskurs der Währung leider nicht checken und mussten uns blind verlassen. Draußen am Exchangeladen stand, dass sie keine Gebühr für Transaktionen erheben. Ahja.. schon mal das erste was uns komisch vorkam.
Wir hatten 235€ und noch ein paar andere Währungen aus Mittelamerika zum Tauschen dabei. Wir tauschten das ganze Geld und checkten später bei nächster Gelegenheit den Wechselkurs und waren stinksauer, weil wir für unsere 235€ nur 179€ umgerechnet bekommen haben. Bei den anderen Währungen haben sie in ähnlicher Höhe beschissen. Direkt der erste schlechte Eindruck vom Land. 👺
Wenigstens hatten wir bei der Abholung unseres Autos Glück. Wir bekamen nämlich dieses Monster hier, obwohl ich eigentlich die kleinste Kategorie gebucht habe.

Unser erster Ausflug führte uns zum Selva Negra, was auf Deutsch Schwarzwald heißt. Dieser Schwarzwald erstreckt sich über unzählige Hektar und bietet 14 verschiedene Wanderwege. Er ist außerdem das zu Hause von vielen Einheimischen, die hier auf riesengroßen Plantagen Kaffee anbauen.
Außerdem werden einige der Hütten als Unterkünfte an Touristen vermietet.



Bei diesen Bildern würde ich jedenfalls niemanden glauben, dass er sie in Nicaragua aufgenommen hat. 😂 Nicht nur die Häuser, sondern auch die Vegetation ist hier europäisch. Es gab Kiefern und viele andere Nadelbäume und gleichzeitig Palmen. Total verrückt. 🤔



Im Gegensatz zu dieser Optik standen dennoch die tropischen Pflanzen und die Wellensittiche die in großen Schwärmen über unsere Köpfe hinweg flogen.



Während unserer 7 Kilometer langen Wanderung konnten wir die Einheimischen beim Kaffeepflücken beobachten. Die Region Matagalpa ist bekannt für seinen unvergleichlich guten Kaffee.
Ich habe euch eine der Kaffeepflanzen fotografiert.

Die Bohnen werden in Säcken gesammelt und wenn sie voll sind, werden sie am Wegesrand abgelegt und warten darauf, hochgeschleppt zu werden. Hier begegnen uns leider nicht zum letzten Mal arbeitende Kinder, die die schweren Säcke auf ihrem Nacken bergauf transportieren.

Die Einheimischen beobachteten uns übrigens ziemlich argwöhnisch und es grüßte auch keiner von ihnen. Als wir an einer Gruppe Arbeiter vorbei kamen, waren Kim und ich der Meinung, dass wir eine spanische Beleidigung gehört haben.
Was uns sowieso komisch vorkam, war dass wir egal wo, die einzigen Touristen weit und breit waren. Bis auf die weiteren Gäste in unserer Unterkunft gab es einfach keine anderen Touris und so werden wir hier auch von den Leuten angeschaut. Als hätten sie noch nie Ausländer gesehen, vor allem Kim ist hier mit seinen blonden Haaren eine Attraktion. 😅
Dieses unangenehme Starren geht hier so weit, dass wir uns letztens gegen einen Spaziergang im Stadtkern entschieden haben. Kim sagte, er habe kein Bock wie ein Alien angeglotzt zu werden und ich war da ganz bei ihm.
Ein weiteres Problem holte uns schnell ein, als wir versuchten verschiedene Ausflugsziele mit dem Auto zu erreichen. Direkt zwei Anfahrten hintereinander scheiterten daran, dass unser Auto keinen 4×4 Antrieb hat. Dieses Extra war schlichtweg unbezahlbar, der Mietwagen hatte ohne 4×4 Antrieb bereits ein kleines Vermögen gekostet. Wir versuchten uns nicht entmutigen zu lassen, merkten aber dass wir in einem Down steckten und das nach zwei Tagen. 😰
Aber es sollte noch schlimmer kommen. Wir waren gerade im Supermarkt und völlig in unserem Down gefangen als ich Kim in einem total dummen Zusammenhang das zweite Land verriet, in das wir noch fliegen! Das geheime Land! Ich habe es verraten und nicht mal gemerkt. Erst als Kim antwortete: “ In Panama??“ wurde es mir klar. Daraufhin heulte ich erstmal eine Runde im Supermarkt.
Monate im Vorfeld haben einige Freunde und ich es geheimgehalten und dann sowas…🥲
Zur abschließenden Krönung wurde ich kurz darauf noch ignoriert. Ich fragte eine Supermarktmitarbeiterin (auf spanisch) wo ich Avocados finde und sie senkte völlig beschämt den Blick und drehte sich leicht weg ohne was zu sagen. WAS GEHT HIER EIGENTLICH AB?? 👿
Aaaber auf Reisen muss man mit Tief-und Rückschlägen rechnen, das wissen wir auch, also wagten wir uns am Tag darauf wieder raus und steuerten drei große Wasserfälle an und siehe da – der Weg war zwar teilweise unbefestigt und es lag viel Geröll herum aber wir kamen nah genug heran, um den Rest des Weges zu laufen.
Man kam am oberen Hang der Wasserfälle an. Wir beobachteten zunächst die Einheimischen, wie sie geübt den schmalen Weg an der Schlucht entlang überquerten.
Um zum Becken der Wasserfälle zu kommen, musste man auf die andere Seite.


Wie auf den Bildern zu sehen, haben wir uns entschieden, es zu wagen. Kim gab mir noch den Hinweis, dass ich doch aber bitte nicht runterfallen sollte. 😂
Ich konzentrierte mich beim Laufen stark darauf nicht runter zu gucken und unter der Strömung nicht wegzurutschen.

Auf der anderen Seite angekommen, machten wir uns auf den Weg durch den Wald, ohne zu wissen, wo wir überhaupt lang müssen.
Wir liefen dem Geräusch des Wassers nach und kamen irgendwann wirklich unten an und waren mehr als zufrieden. Die Wasserfälle waren gigantisch und beeindruckend. Wir setzten uns eine Weile und genossen den Ausblick und die Gischt, die einem in das Gesicht wehte.

Da wir nur wenige Tage in Matagalpa waren, bleibt dies mein einziger Beitrag zu der Stadt. Als wir nämlich gerade etwas vertrauter mit der Stadt wurden, ging es schon wieder weiter. Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke der Umgebung.





















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