Wir sind nach einer mehrtägigen Anreise, in einer der entlegensten und am wenigsten entwickelten Regionen Indonesiens angekommen.
Wir flogen von Bali aus nach Makasar in Zentral Sulawesi, von dort aus mitten in der Nacht nach Sorong, auf die Insel Neuguinea, um von dort aus mehrere Stunden mit der Fähre zu dem Insel Archipel Raja Ampat zu gelangen.

Raja Ampat wird auch als „The last paradise“ betitelt und das wirklich nicht zu Unrecht.
Das Archipel bestehend aus 1500-1800 Inseln ist umgeben von kristallklarem Wasser, mit atemberaubender Unterwasserwelt und größtenteils unbewohnter, unberührter Natur.
Raja Ampat beherbergt die artenreichsten Korallenriffe unseres Planeten und gilt damit als absoluter Spitzenreiter in Sachen Biodiversität weltweit. 🧜🏻♀️🐡🦀
Aber nun erstmal der Reihe nach.. 😁
Wir konnten alle Flüge, die wir hier her brauchten, problemlos buchen und kamen gegen 6 Uhr morgens, bei der vorletzten Station an.

Von hier geht es mit der Fähre auf die letzte Reiseetappe, allerdings konnte man das Ticket hierfür nicht im Vorfeld online kaufen.
In verschiedenen Foren hieß es, dass die Fährtickets nur am Hafen zu erwerben seien.
Gut, darauf mussten wir uns verlassen, mehr Infos gab es nicht. 😂
Ich versuchte es gelassen zu sehen und den Gedanken zu verdrängen, dass man vielleicht bis an das Ende der Welt reist, um dann aus irgendwelchen Gründen, nicht an das Endziel zu gelangen.
Es machte mich einfach nervös, keine Fährtickets für die Weiterreise garantiert zu haben. 😳😂
Als wir über die Insel fuhren, sah man bereits einen erheblichen Unterschied zur Entwicklung anderer Teile Indonesiens.
Sorong gilt als reines Durchgangstor nach Raja Ampat, hier macht niemand Urlaub. Die Umgebung sah wirklich extrem arm aus und zwischen den Müllbergen hüpften spindeldürre Kinder herum.
Dennoch muss ich sagen, dass die Menschen nicht unglücklich wirkten.
Das Treiben auf den Straßen war lebendig, es wurde gespielt, an Straßenständen Essen verkauft und es gab auch viele richtige Läden, die von außen gut mit Waren gefüllt aussahen.
Wenn man jedoch hineinging, fiel sofort auf, dass alles einfach nur haufenweise Plastikzeug war.
Gänge mit wirklich riesen großen Mengen an Plastikschüsseln, Plastiktellern, Plastikbesteck, Plastikspielzeug und vielem anderen, sich völlig ähnelndem Alltagskram.
Ich fand den Gesamtkontrast dann aber schon echt absurd und konnte damit auch nicht leicht umgehen.
Man befindet sich als extrem reicher Mensch auf der Durchreise in das absolute Paradies auf Erden und passiert dabei gleichzeitig eine so arme Region auf dieser Welt.
Das hat für mich gefühlstechnisch nicht zusammengepasst.
Wir fuhren zum Hafen, der leider den Eindruck erweckte, ein unsicherer, von Kriminalität beherrschter Platz zu sein.
Es sollte pro Tag zwei Fähren nach Raja Ampat geben, eine um 9 und eine um 14 Uhr.
Die Straße zum Hafen ist eng und an ihrem Rand stehen schon ein paar Leute herum, die in die Autos reinschauen.
Am Eingang zum Pier gruppeirten sich dann einige Männer, die Geld verlangten, damit man auf das Gelände zu durfte.
Ich meinte direkt zu Kim, dass mir das alles sehr nach Mafia aussieht und ein paar Meter später, kam ein Mann auf das Taxi zu, in dem wir saßen.
Er klopfte auf die Motorhaube und wollte, dass der Fahrer anhält.
Der Fahrer fuhr ein Glück vorsichtig weiter und sagte zu uns: „Mafia, Mafia.“
Und ich so, war klar.. 😩😩😩
Wir hielten vor einem Gebäude, von dem der Fahrer meinte, dass man hier die Ticktes bekommen würde und wir stiegen aus.
Der Mann von der Mafia hatte uns verfolgt und wollte unsere Koffer nehmen, um wahrscheinlich dann für das Tragen Geld zu bekommen.
Kim lehnte mutig ab und ich klammerte meine Wertsachen nur so an mich. 😂😂

Das war die Halle, mit den zwei Schaltern für die Tickets. Als wir dort ankamen, hatten beide Schalter zu.
Hinter der einen Scheibe schlief ein Mann auf einem Sofa, wir klopften an und fragten ihn nach Tickets, als er sich schlaftrunken zu uns umdrehte.
Er sagte nur: „Tomorrow.“ und drehte sich wieder um.
Uns blieb somit nichts anders übrig, als es am Tag darauf erneut zu versuchen. 😬
Weil uns die 9 Uhr Fähre zu früh war, pokerten wir hoch und versuchten die 14 Uhr Fähre zu bekommen, was natürlich unsere Chancen überhaupt eine zu bekommen minderte.😂
Aber wir hatten Glück! Wir bekamen an diesem Tag ganz einfach zwei Tickets á 7€ für die Überfahrt und bahnten uns den Weg nach vorne zur Fähre.

Auf dem Weg zur Fähre war es extrem voll und ich war überrascht, dass die meisten, die die Fähre nutzten, Einheimische waren.
Es gab wirklich nur eine handvoll Touristen. Auf dem Boden lagen vereinzelt kleine durchsichtige Tütchen, mit offensichtlichen Drogenresten.
Die Ticketkontrolle am Einlass der Fähre fand teilweise bewaffnet statt, was mich bei dem ganzen Erscheinungsbild des Hafens nun echt nicht mehr wunderte. 😌
Beim Reingehen konnte ich beobachten, wie eine Frau statt eines Tickets, dem Mann eine Dose Fanta zusteckte. Er ließ sie passieren! 😂
Ich konnte es kaum fassen, als wir endlich unsere Plätze auf der Fähre eingenommen hatten und los fuhren. Wir hatten es geschafft. 😁

Neben den Anreisekosten, muss man zusätzlich noch zwei Gebühren bezahlen.
Eine Marinegebühr i.H.v. 42€ für die Erhaltung des Ökosystems und dann gibt es noch eine Eintrittsgebühr, das „Visitor Entry Ticket“, das sich auf 18€ beläuft.
Von dem Entry Ticket wussten wir vorher nichts und ich war dann echt genervt, als man bei der Ankunft erstmal ewig anstehen und schon wieder irgendetwas bezahlen sollte. 🙄
Jemand von der Unterkunft holte uns ab und ein Glück konnten wir den Anreisestress beim Anblick aus dem Fenster schnell vergessen!

Im Vogelkop Resort angekommen, schmissen wir die Sachen ins Zimmer und gingen sofort nach vorn zum Meer, das über einen wunderschönen Steg durch dichte Mangroven zu erreichen war.

Vorne angekommen trauten wir unseren Augen kaum, als sich uns folgende Bilder boten…


Wir mussten doch tatsächlich im Paradies angekommen sein. 😱😍
Es war warm, vor einem lag der unendliche Ozean, das Meer wiegte sich sanft in der Strömung, exotische Vögel zwitscherten und das war alles, was man hören konnte. Mehr Geräusche gab es weit und breit nicht!!!
Da die Region so abgelegen ist, wird man in den Unterkünften, die es hier gibt voll versorgt.
Bei uns gab es morgens Frühstück, dann Mittagessen, nachmittags einen Snack und dann Abendessen.
Das Essen wurde in Buffetform serviert und war immer ein echtes Highlight.
Stets frisch zubereitet, gab es wirklich jeden Tag sehr vielfältiges, gesundes und wirklich super super leckeres Essen.
Das einzige Problem, das wir im Paradies hatten war….Ihr ahnt es……..
Genau! Das Wetter. 🥲🥲🥲
Der ungewöhnlich starke und lange Regen suchte Indonesien weiterhin heim und machte auch vor Raja Ampat keinen Halt.
Und so kam es, dass wir wirklich die gesamte Zeit im Vogelkopf fest saßen.
Wir buchten aufgrund der Wetterlage keinen einzigen Ausflug, weil es einfach zu unsicher war.
Es gab keinen Tag ohne stundenlangen Regen und dieser folgte keinem Muster.
So blieb uns nichts anderes übrig, als jedes Mal, wenn es gerade nicht regnete, nach vorne zum Schnorcheln zu gehen.
Ein Glück hatte das Resort ein wunderschönes Hausriff.
Hier haben wir zum ersten Mal einen Hai gesehen. 😍
Rochen, Korallen und farbenfrohe Fische konnte man mit bloßem Auge vom Steg aus sehen.

Ich hatte ja versprochen, noch etwas zum Thema Verteidigung gegen Krokodile hier mit euch zu teilen. 😂
Kim und ich waren zum Schnorcheln im Wasser und tauchten ganz normal auf, um irgendetwas zu reden, als wir in einiger Entfernung von uns etwas an der Wasseroberfläche sahen, das wie ein Krokodil aussah.
Wir schauten uns beide an und ich fragte Kim, ob er das gleiche denkt und sieht.
Wir starrten in die Richtung und überlegten, ob es hier wohl Krokodile geben würde und kamen beide zu dem Entschluss, dass die irgendwie nicht hier her passen würden.
Quasi in der selben Sekunde, wurde uns dann aber doch etwas mulmig und wir versuchten ruhig Richtung Steg zu schwimmen. Der war aber ziemlich weit weg und ich sage euch -> Ich hatte PANIK! 😂😂😂
Als wir abends beim Essen saßen, googelten wir nach Informationen darüber und mussten herausfinden, dass fucking SALZWASSERKROKODILE hier beheimatet sind und in den Mangrovenwäldern leben.
Wir guckten uns beide mit aufgerissenen Augen an und lachten völlig psycho, als uns bewusst wurde, dass wir uns in mitten des Lebensraumes dieser Tiere befinden. 🐊😂
Der aufmerksame Leser erinnert sich sicher, der Steg nach vorne zum Meer führt durch Mangroven und damit war unsere Begegnung einige Stunden zuvor nicht mehr unwahrscheinlich, wie wir uns noch versucht haben einzureden. 😂
Kim legte sofort los und informierte mich darüber, wie ich mich in Zukunft, im Ernstfall verteidigen könnte und versprach mir im gleichen Satz, jetzt auch immer sein Messer mit ins Wasser zu nehmen.
Ich dachte nur: Zukunft? Ernstfall? Bewaffnet schnorcheln gehen??!
Als ob ich noch mal einen Fuß in dieses Wasser setzen würde. 😂
Salzwasserkrokodile sind die aggressivste Krokodilart und sehen Menschen im Vergleich zu Haien z.B., aktiv als Beute.
Ich weiß nun trotzdem Dank Kim, man muss auf die Augen gehen, das ist der am meisten verwundbare Teil des Körpers.
Seit dem wir das wussten, war ich echt paranoid im Wasser und nur noch ein Mal richtig zum Schnorcheln drin.
Ansonsten klammerte ich mich, zum sofortigen Hochklettern bereit, an die Leiter beim Steg und scannte die Umgebung nach einer Urzeitechse ab, die geduldig in den Mangroven lauert und mich zum Fressen gern haben könnte.
Das war so richtig schön unentspannt. HEEELP! 🤣🤣
Zu all dem Pech mit dem Regen, kam noch dazu, dass Kim seit gut einer Woche rumkränkelte. Husten, Halsschmerzen, oder auch einfach Katzen AIDS, wie wir es nannten.
Ich predigte den ganzen Tag er solle mir fernbleiben, aber an Tag zwei in Raja Ampat, hatte es mich dann auch befallen. 😐
Ein Glück war Kim vom Ort davor, noch mit indonesischer Apotheke ausgestattet. Das Honig-Kräuter Zeug wirkte wirklich sofortige Wunder gegen die Halsschmerzen.😁

Zum Schluss fühlte es sich fast ein bisschen so an, als würden wir unverrichteter Dinge abreisen.
Der Aufwand und die Kosten hatten sich leider gar nicht mit dem Wetter gedeckt, was wirklich sehr schade war. 😩
Aber die Situation befähigte uns darin, die Entscheidung zu treffen Indonesien vorzeitig zu verlassen. Wir mussten somit leider auf ein Highlight der Reise, den Komodo Island Nationalpark verzichten.
Und so verabschiedeten wir uns aus Raja Ampat und von diesem wunderschönen Ort.

Wir nahmen den gleichen Weg wieder zurück.
Also erst mit der Fähre nach Sorong, zurück zu dem unheimlichen Hafen, der beim erneuten Ankommen schon etwas von seinem Gefährlichkeit verloren hatte, wie ich zugeben muss. Oder wir sind abgebrühter zurück gekommen, ich weiß es nicht.😁
Wir lernten einen coolen Fahrer kennen, der uns zum Hotel brachte und am nächsten Tag, wie abgemacht, dann auch zum Flughafen fuhr.


Wir flogen zurück nach Bali und mussten dort noch den Tag verbringen, bevor wir weiterfliegen konnten.
Den Nachmittag und Abend wollten wir natürlich nutzen und drei mal dürft ihr raten, es hat natürlich geregnet. 😂😂😂😂
Davon haben wir uns aber nicht unterkriegen lassen und haben trotzdem noch einen coolen Tag auf Bali verbracht.

Die Frage, wohin unsere Flucht aus Indonesien raus führen sollte, war gar nicht so einfach, denn anhand von Wetterrecherche und Beobachtung konnten wir sehen, dass die Philippinen und Malaysia (u.a. mögliche Ziele), genau so von dem Regen betroffen waren.
Wir wären beinahe nach China geflogen, aber die Buchung der Flüge wollte einfach nicht funktionieren, was wir als Wink des Schicksals deuteten.🌟
Deshalb entschieden wir uns nach wirklich langem Hin und Her dazu, wieder zurück nach THAILAND zu fliegen. 😍😍😍😍
Voller Vorfreude saßen wir also am Flughafen von Bali, warteten auf unseren Direktflug nach Phuket und wussten, dass uns nur noch 4h von Sonne, blauem Himmel und 7/11 trennten!
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