Von der Insel Koh Lanta nahmen wir die Fähre zurück aufs Festland, um von dort aus mit dem Minivan weiter landeinwärts zu fahren.
In Thailand ist es möglich, von fast jedem erdenklichen Punkt, an einen anderen zu reisen.
Es wird einem selbst über super weite Strecken sehr einfach gemacht.
So brauchten wir nur ein komplett fertig geschnürtes Transportpaket zu buchen.
Koh Lanta -> Khao Sok und das gerade mal für 18€ pro Person.
Die Buchungsseite ist wie eine DB oder BVG Seite aufgebaut.
Gib Abfahrt und Ziel ein und er zeigt dir Verbindungen und die Tickets dazu, so kommt man quer durch ganz Asien.😁
Wir waren ungefähr 8 Stunden unterwegs. 🚎
Der Ausgangspunkt für einen Besuch im Khao Sok Nationalpark, ist der winzige Ort Khao Sok Village, der praktisch wirklich nur eine einzige Straße ist, an dessen Ende einer der offiziellen Parkeingänge liegt.
Auch wenn es mehrere „Eingänge“ gibt, befindet sich eigentlich schon das gesamte Village mitten im Dschungel / Park.
Tagsüber sehr verschlafen, blüht der kleine Ort abends zu einer schillernden Meile auf. 😁


Wenn man zur richtigen Zeit da ist, kann man im Park die größte Blume der Welt bestaunen. Die besten Chancen auf die Rafflesia hat man im Zeitraum Dezember-März.
Um die Pracht zu erleben, braucht man aber noch mehr Glück, als nur den richtigen Zeitraum, denn sie blüht nur wenige Tage.
Man muss eine Tour buchen und wandert dann mit einem Guide über mehrere Stunden zu dem Ort, an dem sie blüht, wobei sie fürchterlich nach verrottetem Fleisch riechen soll. 🥲


Wir suchten uns jedenfalls einen Trail aus, den man alleine, ohne Guide wandern konnte.
Auf dem Weg dorthin, hielt Kim mich am Arm fest, um mich zu stoppen.
Keine Ahnung, wo ich in dem Moment hingeschaut habe, aber einige Meter vor uns, kroch quer über den Weg eine dicke, meterlange schwarze Königskobra.
Wir beobachteten sie und das Gruselige war, dass man sie überhaupt nicht mehr sehen, oder überhaupt erahnen konnte, sobald sie im Unterholz war.
Wir waren auf jeden Fall etwas alarmiert, als wir weiter liefen, denn der Wanderweg wurde sehr bald wirklich extrem schmal und dementsprechend hatte man wenig Sicht und Trittfläche.

Kim lief vor mir und versuchte die Schlangen mit spontanen Mantras zu beschwören, uns nicht zu nah zu kommen.😂
Und da er außerdem für alle möglichen Situationen Survivaltricks parat hat, liefen wir mit stampfenden Schritten, um den Schlangen durch die starke Vibration zu zeigen, dass sich hier etwas nähert, das nicht auf den Speise- oder Angriffsplan passt. lol
Spoiler Alert zu einem zukünftigen Beitrag -> Zum Thema Selbstverteidigung gegen Salzwasserkrokodile hab ich aus gegebenen Anlass auch einen Crashkurs bei Kim absolviert. ✔️😂
Es war wieder so fürchterlich heiß und wirklich abartig feucht, aber dieses Mal arbeiteten wir uns die komplette Strecke entlang und ich muss sagen der Khao Sok NP hat etwas von Jurassic Park. 🦕
Die Handläufe der Treppen waren mit Moos bewachsen und die Hängebrücke, über die wir liefen, hätte glatt Filmkulisse sein können.


Zwei mal sind wir durch einen Flusslauf, was eine fantastische Abkühlung war.
Auf dem gesamten Trail waren wir alleine, nicht ein einziger Mensch wanderte in sichtbarer Entfernung vor, oder hinter uns.
Tag eins im Park lag nun hinter uns. 🌿
Eine Besonderheit, die man sich hier sicher nicht entgehen lassen sollte, ist der Cheow Lan Lake.
Er ist Teil des Nationalparks, liegt aber rund eine Stunde Fahrtweg vom Khao Sok Village entfernt.
Man kann natürlich unzählige Ausflüge / Touren dorthin buchen, aber das wollten wir absolut nicht.
Wir hatten gar keine Lust auf andere Leute und wagten den Versuch, es ohne gebuchten Ausflug hinzubekommen.
Auf unserem gemieteten Roller ging es dann mit Ungewissheit und zwei Handtüchern im Gepäck, über eine Stunde in der prallen Mittagssonne ab zum Lake. 🛵♨️
Unser Plan war, einfach zum Hafen zu laufen und da einen random Bootsfahrer anzusprechen, ob er uns eine private Tour gibt. 😂
Dort angekommen, sahen wir direkt, dass man gar nicht an die Boote herankam, weil das alles bereits der Bereich war, in den man nur kam, wenn man etwas gebucht hatte.
Wir entdeckten eine Art Hauptgebäude, das wenig Vertrauen erweckte, dass unser Vorhaben irgendwie funktionieren würde – überall Werbung für Gruppenausflüge..

Wir gingen zum Schalter und fragten nach einer privaten Tour und wollten natürlich auch wissen, wie viel es kostet.
Die völlig genervte Frau hinter dem Schalter verwies auf irgendwelche Bilder, die dort durcheinander herum lagen und rief nur irgendetwas, das wie „Yes yes private tour going there“ klang und wir so okaaaay nicht sehr überzeugend. 🤔
Außerdem informierte die Frau noch darüber, dass sie uns nicht sagen könne, wann unsere Tour starten würde.
Zwischen 20 Minuten und zwei Stunden könnte es alles sein.
Wir gingen auf Risiko, bezahlten 70€ und setzten uns hin, um bis wann auch immer zu warten.
Direkt wurden wir von zwei anderen Touris angesprochen, die uns fragten, ob man uns das gleiche zum Thema private Tour verkauft und gesagt hätte und wir waren uns alle direkt in unserer Skepsis einig. 😂
Nachdem wirklich nur eine kurze Zeit vergangen war, brüllte die Frau vom Schalter den Namen der beiden anderen Touris durch die Halle und signalisierte, dass es für sie losging.
Fröhlich winkten sie uns zu und wünschten uns noch viel Glück, dass wir auch gleich dran sind.
Und was soll ich sagen, maximal 20 Minuten haben wir gewartet, bis uns eine Frau abholte und zu Fuß mitnahm.
Wie zufällig mischten wir uns dabei unter eine große Ausflugsgruppe und hielten es natürlich sofort für eine Masche. 😂
Auf dem Weg zum Wasser mussten alle noch mal zwei Gebühren bezahlen, irgendeine für das Wasser und eine für den Park oder sowas.
Aber das war uns egal, denn wir wollten endlich wissen, ob wir betrogen wurden oder nicht. lol

Wir wurden dann schließlich ALLEINE zum Wasser, einem Fahrer und einem Longtailboot gebracht und es ging looooos. 😍

Der Lake hatte mich sofort! 😍
Die Farben des Wassers wechselten von hellem Türkis zu dunklem Grün, zusammen mit den riesigen Felsen war es überwältigend schön.
Das Gefühl, das alleine für sich genießen zu können, haben wir geliebt!


Ich hoffte die ganze Zeit, dass man zwischendurch auch mal schwimmen gehen kann und wir hielten tatsächlich in einem dafür extra vorgesehenen Gebiet.
Leider musste man den ganzen Ausflug lang, auch auf dem Boot, eine Schwimmweste tragen und die stören ja schon ziemlich beim Schwimmen, aber das nahm ich in Kauf. 😁


Die zwei Stunden vergingen natürlich super schnell, aber es hat sich mehr als gelohnt und sollte bis jetzt auch mein Highlight der Reise bleiben.💛
Zum Schluss noch eine kleine Story, wie wir in unserer Unterkunft im Khao Sok Village von der ortsansässigen Affenbande terrorisiert wurden. 😂
Am ersten morgen schepperte und polterte es zu einer sehr unchristlichen Zeit, um unser Zimmer herum.
Wütend mal wieder im Schlaf gestört zu werden, verdächtigte ich das Hotelpersonal und führte im Halbschlaf schon ein imaginäres Gespräch mit der Rezeptionsfrau, wieso die Mitarbeiter die Türen am Morgen so hart zuscheppern, dass alles wackelt.👿
Um die Tatverdächtigen zu beobachten, riss ich den Vorhang bei Seite und entdeckte die Lärmverursacher auf unserem Balkon. 😂😂😂
Die Geräusche kamen vom Klettern und Springen auf Wellblech..

Da die Affen oft den Balkon belagerten, machten Kim und ich es uns auf der Veranda, die auf der anderen Seite, vor dem Eingang des Zimmers lag gemütlich.
Wir hatten uns einen Miniventilator, Strom, Getränke und unsere Laptops organisiert und saßen richtig cozy mittem im Dschungel zum Musikmachen und Blogschreiben draußen.
Unser Frieden hielt aber leider nicht lange an, denn drei mal dürft ihr raten, wer sich über unseren Köpfen den Weg zu uns bahnte…
Die Affenbande! 😐
Schneller als wir gucken konnten, belagerten sie die Veranda und die Treppe davor und hatten uns damit quasi eingezingelt.
Wir konnten nur noch zur Zimmertür, die war aber einige Meter entfernt.
Nun checkten sie ab, was wir so dabei hatten.
Beim Frühstück in der Unterkunft sahen wir zuvor, wie ein Affe aus dem Baum heraus mit sehr aggressivem Verhalten an den Frühstücksteller von jemandem ging.
Wenn so etwas passiert, versuchen die Angestellten die Tiere zu verscheuchen, das juckt die jedoch nicht und dann schießen sie die Affen mit Katschis ab. 😅
Jedenfalls erklärte ich den Affen bereits lautstark, dass ich mich jetzt sicher nicht von einer Affengang abziehen lasse!
(Was leider nicht ganz stimmte, denn ich wurde bereits vor Jahren in Kambodscha mal von einer Gruppe Affen abgezogen, aber das mussten diese hier ja nicht wissen. 🙈)
In der Zwischenzeit kam der eine große Affe, den die Bande vorgeschickt hatte, bereits näher.
Ich griff kurzerhand nach einer kleinen Fantaflasche und warf sie Richtung Affe, was ihn leider genau so wenig beeindruckte, wie meine Ansagen.
Er schnappte sich die Flasche und wir uns unser Zeug und flüchteten ins Zimmer. Ziemlich direkt rüttelte es an unserer Tür und ich rief nur zu Kim, dass wir uns nun verbarrikadieren müssen, denn die wissen 100 Pro, wie man Türen öffnet. 😂😩
Ich hatte nämlich am Vortag einen Affen dabei beobachtet, wie er versuchte unsere Balkontür zu öffnen.
Wir schlossen uns also schnell ein und warteten, bis nichts mehr zu hören war.
Vorsichtig schob ich den Vorhang zur anderen Balkonseite auf und wir sahen, dass die Affen die Fanta leer gesoffen und uns den Müll auf den Balkon geworfen haben.
So asozial einfach, unglaublich. 🤣🤣🤣
Hier noch zwei Fotos vom Affen, der am Vortag versucht hat reinzukommen.
Als das nicht klappte, sah er es als Alternative das Kondenzwasser
von der Scheibe zu lecken. 😂



















Hinterlasse einen Kommentar