Nachdem wir unseren schlechten Tag mit der Horroranfahrt und dem platten Reifen hinter uns gelassen haben, waren wir wieder bereit für ein bisschen Urlaubsfeeling mit Sonne und Action. 😁
Wir buchten eine Zipline- und Raftingtour. Die Tour wurde um 8, 10 oder 13 Uhr angeboten und man glaubt es kaum, wir haben die 8:00 Uhr Tour gebucht, weil wir hier selten länger als 7 Uhr schlafen. Außerdem hatte ich insgeheim die Hoffnung, auf diesem Wege eine Privattour zu ergattern.
Am nächsten Tag hingen allerdings immer noch die grauen Wolken über der Stadt und es war im Vergleich zur Küste einige Grad kälter. Kalt genug für mich, um eine lange Hose anzuziehen.
Allein bei dem Gedanken in einem reißenden Fluss zu raften, während es eh schon kalt ist und die Sonne nicht scheint, bescherte mir Gänsehaut. Dass dazu noch starker Wind herrschte muss ich doch nicht extra erwähnen oder?!
Kim versicherte mir jedoch, dass es nicht kalt ist und ich die Einzige weit und breit bin, die bei angeblichen 26 Grad friert. Ich schaute mich um und alle taten in ihren kurzen Hosen und Tops auf normal.
Pah! 26 Grad, davon wüsste ich was. Arschkalt war es! 😂
Es ging los und wir waren tatsächlich die Einzigen. Privattour! 😍
Die Tour startet mit dem Ziplining und danach geht es zum Rafting/ Tubing. Die Wertsachen musste man in der Zentrale lassen, weshalb ich (erstmal) keine Fotos von unserem Ausflug hatte aber das sollte sich ändern.
Wir fuhren mit einem riesigen Traktor und zwei Guides zum Startpunkt der Zipline und bekamen unsere Einführung, als es anfing wie aus Eimern zu schütten.
Wir wollten uns davon nicht beirren lassen und sausten die erste von neun Ziplines entlang. Es gab unterschiedliche Höhen und Geschwindigkeiten. Normalerweise kann man dabei die ganze Zeit ein wunderbares Panorama und den Ausblick auf den Vulkan Arenal genießen. Da es aber bewölkt und neblig war, fiel das leider flach.
Völlig durchnässt und überall mit Rost und Dreck besprenkelt, erreichten wir die fünfte Zipline und das vorläufige Ende unserer Tour.
Etwa auf mittiger Höhe versperrte ein umgefallener Baum die Zipline.
Die Guides tätigten einen Anruf uns sagten uns, dass es circa eine Stunde dauern würde, den Baum zu entfernen. Wir durften uns entscheiden, ob wir bei der 10 oder 13 Uhr Tour noch mal neu an den Start gehen wollen.
Alles gut und schön aber wie zur Hölle kommen wir zurück?? Als wenn der Guide meine stumme Frage gehört hätte, eröffnete er uns mit leicht verzogenen Gesicht, dass wir nun durch den Dschungel zu Fuß zurück zum Ausgangspunkt müssten. Ich hatte es geahnt.. 🤡
Angesichts der Höhe auf der wir uns befanden und dem Fakt, dass es keinen offiziellen Weg gab, würde der Spaß nun sicher aufhören.
Bevor wir losgingen, gab man uns noch den Hinweis, dass wir uns auf keinen Fall an umliegenden Bäumen oder Ästen festhalten dürfen, da diese lange Stacheln haben oder gefährliche Tiere einen stechen könnten. Na super, nasser, steiler rutschiger Dschungelboden und wir dürfen uns nicht festhalten. 😂
Ein Guide ging vor und ich lief fast den ganzen Weg an seiner Hand die steilen Hänge hinauf. Ich musste dabei mehrmals dem Festhaltereflex beim Ausrutschen unterdrücken. Der Guide selbst rutschte auch mehrmals aus und ich sah unsere Hände schon in den langen schwarzen Stacheln der Pflanzen neben uns landen. Es war super anstregend und irgendwann konnte ich nicht mehr, ich brauchte dringend etwas zu Trinken. Da man ja zuvor alles in der Zentrale lassen musste, hatten wir kein Wasser und ich war kurz davor mich zu übergeben als wir es endlich geschafft hatten.
Wir machten mit der 10 Uhr Tour weiter und unsere private kleine Runde mit den beiden Guides war dann natürlich vorbei. Es schüttete immer noch in Strömen aber die Zipline war wieder frei. Wir waren nun mit einer Gruppe von zwei spanischen Pärchen unterwegs, von denen einer sein Handy mitgeschmuggelt und Fotos von uns gemacht hat. 😁


Einer der Männer, der nun die Tour mitmachte, sah aus wie David Guetta. So nannten Kim und ich ihn auch, wenn wir heimlich über ihn redeten, denn er gab allen Anlass dazu.
Er grölte die ganze Zeit wie ein Verrückter: „Puraaaaaaa vidaaaaaa!“, oder brüllte seiner Freundin: „Mi amooooooor!“ hinterher, wenn sie auf der Zipline losdüste.
Als seine Freundin begann ihm auf die Brust zu trommeln, damit sie gemeinsam irgendetwas schreien konnten, tauschten Kim und ich einen Blick der sagte: „Ja! Die beiden passen zusammen.“

Na? Ich bin mir sicher ihr hört die beiden, wenn ihr das Bild anseht. 😂
Nach dem Ziplineabenteuer ging es weiter zum Tubing. Beim Tubing setzt man sich in einen Ring und lässt sich mit ihm die Stromschnellen herunterreißen.


Unsere Gruppe, die für das Tubing noch ein mal größer wurde, bekam eine Trockeneinführung. Da das Wasser und Ufer voller Felsen und Steine ist, sollte man den Po heben, wenn man auf einen Abgrund zukam, damit man sich nicht an einem Felsen stößt. Die Beine sollte man stets gestreckt über den Rand des Reifens halten und nebenbei noch mit den Händen gegenpaddeln,wenn man in eine falsche Richtung treibt.
Ich fragte mich, wie man sich gleichzeitig abdrücken sollte, um den Po zu heben und dabei noch paddeln sollte, wenn man drohte irgendwo gegen zu fahren. Und was ist wenn meine Beine, die fast zu ganzen Teilen den Rand überragen irgendwo gegenschlagen? Sollte es einen aus dem Tube reißen, sollte man einen bestimmten Griff anwenden, den ich mir gar nicht merken konnte. 😅
Ich fühlte mich leicht überfordert und hatte ehrlich gesagt auch etwas Angst, als wir uns unter dem lauten Geschrei von David Guetta durch den Regenwald auf den Weg zum Fluss machten. Der Typ nervte. 🙄
Als wir alle nun etwa knietief im Fluss standen und es gleich losgehen sollte, nutzte David Guetta die Zwischenzeit, seinen Helm abzunehmen, diesen mit Wasser zu füllen und auf die anderen Tourmitglieder zu spritzen. Er bekundete dabei lauthals wie geil doch alles sei und seine Freundin bestärkte das Ganze natürlich nicht weniger laut. Als er auch mich nassmachte, beschloss ich die Situation nun mit Humor zu nehmen. Ich habe nämlich irgendwann mal gehört, dass es nicht verboten ist, Spaß im Leben zu haben. 🤣
Aus Sicherheitsgründen durfte immer nur eine Person „lostuben“. Ein Guide tubte voraus, um die Teilnehmer an gefährlichen Stellen zu sichern und einer blieb bei den Teilnehmern und schickte diese jeweils einzeln los. Das Tubing hat super viel Spaß gemacht. Das Fiese dabei war, dass man sich oft drehte und dann mit dem Rücken voran zum Strom getrieben bzw. sogar gerissen wurde. Teilweise fanden wir es schon ziemlich heftig aber es ist ein Glück nichts passiert.
Als wir dachten die Tour sei jetzt vorbei, hieß es, dass es noch zum Rappeln geht, was so viel wie Abseilen bedeutet. Das musste man eigentlich extra dazu buchen, was Kim und ich nicht getan hatten aber wir durften trotzdem mitmachen, bzw. es interessierte gar keinen, ob wir das bezahlt haben oder nicht. 😂
Als wir an der Felswand ankamen, an der man sich abseilen sollte und ich nicht mal den Boden sehen konnte, wusste ich dass es an der Stelle für mich vorbei war. Das wollte ich NICHT machen. Zu hoch! Panisch überlegte ich, ob es eine Alternative gab, um nach unten und zurück zum Traktor zu kommen.
Ein Glück gab es ein Treppe. Ich war mehr als froh!

Es folgte eine weitere Überraschung, die wir eigentlich nicht gebucht hatten. 😂
Wir besuchten das Urvolk „Maleku“ im Dschungel, die etwas über ihre Sprache und ihre Lebensweise berichteten. Zum Abschied gab es von ihnen ein fermentiertes Gesöff aus einem Kurzen. Wir dachten, dass wir das trübe Getränk jetzt aus Höflichkeit hinunterwürgen müssten, war aber wider Erwarten lecker. 😁
So, nun war die Tour aber wirklich beendet und als es immer noch regnete, stiegen wir in den Traktor und fuhren zurück zur Zentrale.
Ein spannender und trotz des Regens sehr toller Tag ging vorbei.


















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