Marino Ballena Nationalpark, Costa Rica

Wir sind an unserem vierten und letzten Tag in Uvita in den Marino Ballena Nationalpark gefahren, der nur wenige Minuten mit dem Auto von unserer Unterkunft entfernt liegt. Der Nationalpark wurde als sicheres Migrationsgebiet für Buckelwale geschaffen. Von hier starten jede Menge Ausflugstouren zum Schnorcheln und Tauchen, vor allem um die Wale aber auch zahlreiche andere Tiere zu beobachten. Die verschiedenen Touren fangen bei umgerechnet 70€ an. Der Eintritt in den Park selbst kostet nur 6€ p.P.

Ich informierte mich bereits in Deutschland über die Walsaison in Costa Rica, weil die Wale sich ja nicht ganzjährig im selben Gewässer aufhalten. Ich fand verschiedene Informationen. Mal hieß es die Saison geht bis März, auf anderen Seiten stand bis April.
Buckelwale zu sehen war einer der Gründe, warum wir hierher gereist sind und was soll ich euch sagen..
Ich fragte im Büro einer Agentur, die entsprechende Touren im Park verkaufte nach und bekam ein Glück eine ehrliche Antwort von der Frau. Für die Wale sei es bereits zu spät. 😭😭
Naja, immerhin ein Grund ganz schnell wieder nach Mittelamerika zu kommen.  😄

Wir besuchten den Park natürlich trotzdem und es wurde einer der schönsten Tage, die wir hier bisher hatten.
Direkt nachdem man den Eingang passiert hat, trifft man auf diese Schilder.

Irgendwie schwer vorstellbar, dass ein paar Meter neben dir Krokodile frei herumlaufen. 🐊
Wir liefen weiter den Hauptweg entlang, um zum Wasser zu gelangen, denn der Nationalpark besteht hauptsächlich aus mehreren Stränden. Wer hier einen Besuch plant, sollte die Gezeiten beachten und am besten so früh wie möglich kommen, wenn noch Ebbe herrscht. Ist die Flut nämlich ein Mal da, wird der Platz zwischen Meer und Palmen ziemlich eng und man hat in bestimmten Bereichen nicht mehr so viel Platz um sich dort aufzuhalten.

Als wir an den Strand kamen, bot sich uns ein kilometerweites Panorama, gesäumt von den Bergen des Regenwaldes.
An dem Zufluss zum Meer, an dem die Krokodile lebten, machten wir unseren ersten Halt.

Ich war fest entschlossen die Krokodile zu finden und Kim ließ mich mit der Frage, ob ich gebissen werden möchte alleine stromaufwärts marschieren.

Aufmerksam schaute ich mich beim Gehen um, lief umsichtig, damit ich reagieren kann, falls ein Tier aus dem Wasser oder aus sonst einer Ecke schießen sollte.
Der ganze Weg und auch sein Ende, sah sehr krokodilsmäßig aus, nur hab ich weit und breit keines der Tiere gesehen.
Die haben sich mal wieder sehr gut versteckt, so wie es in Costa Rica üblich ist. 😂


Kim hatte sich in der Zwischenzeit eine von hunderten Kokusnüssen, die auf dem Boden herumliegen geschnappt und machte sich an ihr zu schaffen.
Dazu solltet ihr wissen, dass Kim mir zu Hause schon oft zusammenhangslos erzählt hat, wie gut er in der Wildnis überleben würde und was für Fähigkeiten er dafür mitbringen würde.

Da ich selten von etwas direkt überzeugt bin, schaute ich mir das Ganze erstmal an und war überrascht, dass er nach einer Weile immer noch sehr motiviert war die Kokusnuss zu öffnen. Er schlug sie gegen Wurzeln, bearbeitete sie zum Schluss mit Steinen, die er selbst spitz gemacht hat und riss mit aller Kraft die extrem zähen Fasern herunter.  😂 

In meinen Augen hatte er damit Level eins des Survivalcamps auf jeden Fall gemeistert. 😁
Nachdem wir das frische Wasser der Kokusnuss getrunken hatten, aßen wir auch noch einige Stücken.

Bevor wir dann zum richtigen Baden ins Meer wollten, mussten wir aber definitiv noch mal eine Weile in den Schatten, weshalb Kim uns einen Unterschlupf baute. Die Schatten, die die Palmen spenden, waren uns wegen der Krokodile zu gefährlich.

Level zwei check. 👏
Nachdem wir uns mit einer zweiten Kokusnuss im Schatten erfrischt hatten, gingen wir schwimmen und ich wollte euch schon die ganze Zeit erzählen, dass der Pazifik echt ein wildes Wässerchen ist. Es gibt hier überall heftige Strömungen und in keinem Land spürten wir bisher die Kraft der Wassermassen so sehr wie hier.

Was in Deutschland die Verbotsschilder sind, sind in Costa Rica die Warnschilder.
Das Warnschild vor tödlichen Strömungen, gibt es hier fast überall. Dieses hier stand übrigens direkt neben den Krokodilschildern.  😂

Die starken Strömungen kann man sich in etwa so vorstellen, als das man gerade eine Welle hinter sich hat und man denkt, man wird Richtung Strand gezogen aber im gleichen Moment kommen Wassermassen von rechts oder links und drücken einen in eine komplett verrückte Richtung.
Die Wellen, die es hier gibt, eignen sich nicht umsonst wunderbar zum Surfen und sind circa drei bis vier Meter hoch.

Könnt ihr euch vorstellen, dass Kim und ich jedes Mal laut: „Sharko grando blanco“ rufen, kurz bevor wir uns in die Welle hineinwerfen?
Das soll in unserer Spanischwelt so viel wie „großer weißer Hai“ bedeuten und ist jedes Mal sehr aufregend 😂😂🦈

Es gibt im Marino Ballena Nationalpark noch eine bekannte Besonderheit. Einer der Strände hat die Form einer Walflosse, die bei Ebbe als Sandbank (aus der Luft) erkennbar ist.
Man kann aber auf sie herauflaufen und deshalb machten wir uns auf den Weg dahin.
Die Flut hatte allerdings eingesetzt und wir waren etwas verunsichert weil uns ALLE Besucher entgegenkamen und Richtung Ausgang liefen. Wir haben uns wohl zu lange im Survivalcamp aufgehalten. 😅

Ein kurzer Blick auf Google Maps sagte uns, dass es noch ein ganzes Stück zu laufen war. Ich meinte, dass es sich nicht mehr lohnen würde, weil wir es vor der Flut nicht mehr schaffen aber Kim trieb mich voran. Von der Flut ergriffen zu werden ist ok, aber vom Krokodil möchte er nicht gebissen werden. 😂

Wir kamen an und konnten keine Sandbank mehr sehen, weil bereits alles geflutet war. Ich habe euch aber einen Screenshot gemacht, damit man es sich ungefähr vorstellen kann.

Auf dem Rückweg mussten wir übrigens einen der Zuflüsse überqueren, an dessen Ufern die Krokodile leben. Der Zufluss war bereits so geflutet, dass wir fast bis zum Bauchnabel drinsteckten.

An einem der Strände kann man abends einen tollen Sonnenuntergang bewundern, die anderen machen um 16 Uhr zu.
Wir sind nicht bis zum Sonnenuntergang geblieben, der Hunger war zu groß und da Feuermachen in Nationalparks verboten ist, konnte Kim uns leider kein Abendessen zubereiten. 😌

Zum Schluss wie so oft, einer meiner Lieblingsshots.

Pura vida 😍

Eine Antwort zu „Marino Ballena Nationalpark, Costa Rica“

  1. Avatar von frizzygabby
    frizzygabby

    Ich konnte den Spaß den ihr hattet wie ihr euch in die Wellen geschmissen habt beim lesen richtig hören. Weiter so ihr Abenteurer

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