Isla Mujeres – Schnorcheln mit Walhaien, Mexiko

Nachdem wir uns von unserer Anreise erholt hatten, freuten wir uns auf die Walhaitour, die wir bereits einige Tage zuvor in den USA gebucht hatten.
Pünktlich um 6:45 Uhr wurden wir vor unserem Hotel ohne Fenster abgeholt.
Auf der Fahrt zum Startpunkt kamen wir an einer Schule vorbei. Warum ich euch das erzähle?
Weil die Schuluniform hier einfach aus einer lockeren Adidas Trainingshose und weißen Shirts besteht. Die Mexikaner verstehen auf jeden Fall was von chilligen Klamotten.😂

Am Ziel angekommen, gab es ein gutes Frühstück und eine kurze Einweisung vom Team, das sehr gut englisch sprach, was hier keine Selbstverständlichkeit ist.
Die Walhaie durfte man auf keinen Fall anfassen, die menschliche Hand birgt viele Bakterien, die bei den Tieren zu Infektionen führen können. Außerdem sollten wir keine Sonnencreme unmittelbar vor dem Schwimmen verwenden, damit diese nicht im Fressgebiet der Tiere oben auf dem Wasser landet.

Die Tour fand auf einem schönen, großen Speedboot statt und wir hatten das Glück, dass unsere Gruppe klein war. 😃
Es ging ca. 1,5 Stunden zum Walhaispot.

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Das Boot war noch nicht ganz zum stehen gekommen als wir schon mehrere der Tiere an der Wasseroberfläche entdeckten. Gemütlich zogen sie ihre Bahnen und fraßen.

Immer in zweier Gruppen ging es mit dem Guide ins Wasser. Es ist wichtig, sofort loszuschwimmen, wenn man das Tier sieht. Die Tiere schwimmen zwar langsam aber nur für ihre Verhältnisse. Für uns Menschen ist das natürlich schnell und deshalb verfolgt man quasi mit dem sofortigen Losschwimmen die Route des Tieres. Ansonsten sind sie nämlich weg.
Wir waren dran! Mit Flossen an den Füßen und Schnorchelausrüstung auf dem Kopf sprangen wir ins Wasser. Ich hatte sicherheitshalber auch mal meine Hose angelassen, was ich vor Aufregung erst bemerkte als ich wieder auf dem Boot war.
Ich senkte den Kopf unter Wasser um uns herum tummelten sich zwei Walhaie. Ich schwamm drauf los. Still und majestätisch glitten sie durch das Wasser.

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Erst als wir die Sicht auf beide Tiere verloren hatten, schaute ich über Wasser, um den Guide und Kim zu suchen. Sie waren in der Nähe und der Guide signalisierte uns ihm nachzuschwimmen. Das Wasser war glasklar und trotzdem verschwanden die Walhaie im Nichts, wenn sie sich entfernten. Sie wurden nicht mal kleiner, es sah so aus als würden sie einfach in einem Loch verschwinden.

Der Guide hatte den Durchblick und führte uns zu einem anderen Tier. Wir tauchten wieder unter. Auf einmal hatte ich den Guide unter Wasser neben mir. Er ist ehemaliger Marine und Taucher. Er nahm mich an die Hand und zog mich mit einer Power mit, die ich gar nicht beschreiben kann. Wir glitten mühelos ganz nah an einen Walhai heran, der gerade eine Kurve schwamm. Alleine hätte ich die Schwimmgeschwindigkeit gar nicht erreichen können. An seiner Hand kurvten wir neben dem Tier entlang und begleiteten es ein Stück. Dieser Moment ist mir am präsentesten vor Augen.

Zurück auf dem Boot wussten wir irgendwie nicht was abging. Wir haben zwar geredet aber ich weiß nicht mehr was, es war als würde man unter positiven Schock stehen.
Jede Gruppe durfte zwei Mal ins Wasser. Die Walhaie machten sich jedoch so langsam aus dem Staub und deshalb hatten wir leider bei unserer zweiten Runde etwas Pech, weil wir nur noch ganz kurz einen sahen, bevor alle in der Umgebung weg waren.

Danach ging es zur Isla Mujeres. Einem wunderschönen Fleckchen Erde mit so klarem Wasser, wie wir es noch nie vorher gesehen haben.
Hier schnorchelten wir mit der gesamten Gruppe in einem Riff. Hierbei konnte ich mich jedoch nicht entspannen. Es war zwar schön aber mir war das unheimlich. Das Riff ging teilweise sehr tief runter und durch die Taucherbrille hat man ja auch nur einen begrenztes Sichtfeld.
Ich rechnete jeden Moment damit, dass von irgendwoher ein Hai auf mich zuschwimmt und hatte mal wieder Panik im offenen Meer 😂
Ich versuchte mich mit dem schönen Anblick von bunten Fischen und Pflanzen abzulenken, aber alle paar Sekunden riss ich den Kopf hoch, um zu gucken ob ich auch nicht als letzte schwamm  ( ihr kennt das –  der Hai kommt immer von hinten) und der Guide in der Nähe war. Wie der Guide mir hätte helfen sollen, weiß ich auch nicht. Ich wollte mir halt selbst eine Art Sicherheit vortäuschen. 😆

Danach war Freizeit angesagt und wir planschten fröhlich im Wasser.

Es gab noch mehrmals Essen an Board und leckere Getränke. Die Tour war ein absolutes Highlight. Wir waren mehr als zufrieden. Der Anbieter war seriös und der Guide hat die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. 🩵

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