George Washington National Forest, Virginia

Wir haben uns für zwei Nächte in einem kleinen Hotel in Harrisonburg eingebucht. Das ist ein kleines aber niedliches Kaff in Virginia.
Ca eine Stunde mit dem Auto entfernt liegen große Nationalparkgebiete, in denen wir wandern gegangen sind. 😍

Im Vorfeld hat Kim sich auf den Internetseiten der Parks informiert, um herauszufinden, was evtl. wichtig sein könnte.
In den Wäldern gibt es wilde Tiere wie z.B. Schlangen, Rehe aber vor allem Bären.
Die Seiten bieten einem wertvolle Infos rund um den Besuch und Kim teilte mir die Bear Safety Rules mit, welche ich aber belächelte und meinte, dass wir wohl kaum einen Bären begegnen würden. 😂
Falls ihr auch mal einem Bären treffen solltet, möchte ich euch die Regeln nicht vorenthalten:

  1. ruhig bleiben
  2. nicht wegrennen
  3. zeigt dem Bär mit Geräuschen, wie z.B lautem Klatschen wo ihr euch befindet
  4. kehrt dem Bären nicht den Rücken zu
  5. entfernt euch langsam mit dem Gesicht zum Bär gewandt vom Ort des Geschehens

Falls ihr trotz meiner hilfreichen Tipps doch angegriffen werden solltet.. Tja dann hilft nur noch tot stellen. Wie das geht, wisst ihr ja 😀

Ihr müsst euch vorstellen, dass in den Wäldern bzw. den Gebieten Menschen leben, die haben da ihr Haus praktisch im Nichts, leben aber dafür einfach in einem Nationalpark. Das hat uns beeindruckt.
Wir kamen an unserem geplanten Trail, der uns zu zwei Wasserfällen, den s.g. Crabtreefalls führen sollte an.

schild

Bevor der Trail losging, hätte man an einer kleinen unbemannten Station eine Gebühr zahlen müssen. An dem Häuschen trafen wir einen alten Mann, der seit 15 Jahren im Park lebt, aber noch nie bei den Wasserfällen war. Er lud uns auf Kosten seines Anwohnerpasses ein, so dass wir die Gebühr nicht zahlen mussten. 😁​

Dann ging es endlich los. Wir begannen unseren Aufstieg. Der Boden war uneben, steinig und sandig. Teilweise gab es Treppen und eingebaute Stufen aus Baumstämmen.

Es gab zwei Wasserfälle auf dem Trail zu entdecken. Den ersten erreichte man relativ schnell nach ca. 20 Minuten. Der andere lag deutlich höher. Nachdem wir uns an dem ersten sattgesehen  hatten, ging es hoch hinaus, Richtung des Zweiten.

Es war heiß, die Luftfeuchtigkeit extrem hoch und der Weg ziemlich anstrengend. Wir haben geschwitzt wie sonst was ,dennoch hatten wir großen Spaß an der Sache.
Auf dem Weg nach oben begegneten uns schöne Schmetterlinge, andere nicht so schöne fliegende Tiere und eine Schlange, die sich aber schnell im Unterholz verkroch.

Als wir am zweiten Crabtreefall ankamen, bemerkten wir eigentlich nicht, dass es das Ende des Trails war, weil der Weg noch weiter hoch führte. Rechts am Rande des Pfades befand sich eine Art kleine Steinhöle. Wir liefen weiter.
Ich voran, Kim einige Meter hinter mir.

Kim: “ Bleib mal stehen!“
In dem Moment, als er das sagte, hatte ich es bereits selbst gehört.
Ein tiefes, bedrohliches Grummeln tönte von irgendwo vor uns. Ein Bär!
Wir standen für den Bruchteil einer Sekunde wie angewurzelt da und schauten uns um. Nichts zu sehen. Doch das Grummeln / Knurren hörte nicht auf.
Ich: “ Oh Gott hier ist ein Bär.“
Kim: „Lass abhauen!.“

Am liebsten hätte ich alle Bear Safety Regeln vergessen und wäre schreiend losgerannt. Stattdessen liefen wir langsam den Pfad hinunter und Kim klatschte neben mir laut in die Hände, in der Hoffnung, der Bär sieht / hört, dass wir uns wegbewegen.

Leute ich weiß nun was es heißt, Beine wie aus Pudding zu haben. Meine Knochen waren wie aus Gummi als wir weggelaufen sind. Ich bin zwar zielstrebig gelaufen und war orientiert aber es fühlte sich an, als würden meine Beine sich in alle Himmelsrichtungen verbiegen.
Unter dem Grummeln des Bären entfernten wir uns in „Sicherheit“.
Danach war es auf jeden Fall vorbei mit dem entspannten Wandern. Wir hatten einfach nur Angst, dass gleich der nächste Bär um die Ecke kommt. Der Abstieg bestand aus paranoidem Umgeschaue. Trotzdessen hat uns der Adrenalinkick ziemlich gut gefallen. 😁​

Zurück am Auto machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel um etwas zu essen, denn wir hatten für den selben Abend noch etwas geplant.
Das könnt ihr im nächsten Eintrag lesen 🙂

Hier noch ein paar Bilder.

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