Wir befinden uns an einem neuen Ort, dieser ist so abgelegen, dass man bis zur nächsten Stadt knapp eine Stunde fährt und es bis dahin weit und breit wirklich nichts gibt. Dafür, dass die Umgebung so ruhig war, sollte hier dennoch unser endgültiges Schicksal in Nicaragua besiegelt werden…
Unser Häuschen war direkt am Meer und es gab einen super netten Gastgeber (Paul), der ein paar Grundstücke weiter wohnt.


Paul empfahl uns, morgens während der Ebbe, mit dem Auto den kilometerlangen Strand bis zum Ende zu fahren. Dort gibt es so genannte „tidal pools“ , in denen man Korallen, Fische und Co. beobachten kann. Tidal pools sind Becken, die trotz Ebbe mit Wasser befüllt bleiben.
Zugegebenermaßen klingt es ziemlich komisch, den Strand mit Auto zu befahren, aber ich setzte mich hinten auf die Ladefläche, Kim düste los und es fühlte sich dann doch irgendwie cool an.

Wir kletterten eine Weile in den Pools herum und sahen einige schöne, bunte Fische, Korallen und Seeigel.




In jedem Loch, was auf dem Bild zu sehen ist, saß ein Seeigel. 😍
Am Tag darauf lud Paul uns zu einem seiner Nachbarn ein, da dieser ein turtle sanctuary besitzt. Wenn wir Lust hätten, könnten wir dabei helfen, Schildkrötenbabys aus ihren Brutstätten aus zu graben und sie anschließend in das Meer freilassen. JA und ob wir dazu Lust hatten! 😁
Nach dem ganzen Stress, den wir bisher hatten, stellte sich zum ersten Mal ein bisschen Urlaubsfeeling ein.

Hintergrund für diese Einrichtung ist, dass am Strand die Schildkrötennester von Einheimischen geplündert werden. Die Eier werden dann auf dem Markt als Delikatesse verkauft. Der Besitzer der Einrichtung kauft die ganzen Eier auf dem Markt auf und bringt sie bei sich unter.
Es war ein wirklich tolles Erlebnis, die kleinen Schildkröten aus dem Sand zu graben. Die meisten waren bereits aus ihrem Ei geschlüpft, manche waren noch dabei.


In einem Sack befinden sich zwischen 50-80 Schildkröten. Nach dem man mit einem Sack fertig war, kamen die Kleinen alle zusammen in eine Kiste.

Es war erstaunlich zu erleben, wie die Schildkröten nahezu komatös aus dem Sand gegraben wurden und einige Minuten später mit offenen Augen versuchten, wie die Wilden aus der Kiste zu krabbeln.
Später war es dann so weit und wir gingen mit der Kiste die paar Meter zum Meer. Instinktiv liefen die Tiere sofort Richtung Wasser, die einen schneller, die anderen langsamer.


Um zu überleben, müssen es die Schildkröten hinter die Wellen des wilden Pazifiks schaffen. Der Besitzer sagte uns, dass es nur eine!! unter 1000 schafft.
Wir sahen auch gleich warum. Die Kleinen wurden sofort von Fischen gefressen und die Vögel, die über Wasser jagen ließen auch nicht lange auf sich warten. Das Schöne jedoch ist, dass die Tiere, die es schaffen, genau an ihren Geburtsort zurück kommen, um dort Eier zu legen. Durch die genaue Dokumentation ließ sich schon nachweisen, dass Tiere, die man hier freigelassen hatte, zurückkamen 😀

Unser Wohlfühlglück sollte jedoch nicht von langer Dauer sein.
Wir sind bereits an dem Ort davor aggressiven Hunden am Strand begegnet. Man spaziert nichtsahnend und auf einmal rennen bellende Hunde auf einen zu und machen erst wenige Meter vor dir Halt und kläffen dabei aber aggressiv weiter.
Als das tolle Erlebnis mit den Schildkröten vorbei war, kam eine vierköpfige Hundegang mal wieder bellend auf uns zu. Drei große Hunde und ein Dackel. Die umzingelten uns und jetzt dürft ihr drei Mal raten was passiert ist – Richtig, ich wurde gebissen. In mein Bein von dem Dackel. 👿
Ihr dürft euch jetzt keine fette, klaffende Fleischwunde vorstellen. Man konnte aber deutlich die beiden Eckzähne des Hundes und einen Kratzer erkennen, die Haut war offen und ich NICHT gegen Tollwut geimpft.
Und so nahm das ganze Drama, das letztendlich unseren Aufenthalt in Nicaragua um zwei Wochen frühzeitig beendet hat, seinen Lauf.

















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