Wir haben die Isländer als sehr entspanntes Volk erlebt. Das Leben im Winter läuft langsam und gemütlich, man macht sich hier keinen Stess.
Im Supermarkt sind nie viele Menschen vor einem an der Kasse (an der Ampel übrigens auch nicht) und Parkplätze sind keine Mangelware.
Dank der zahlreichen Kreisverkehre gibt es wenige Ampeln und der Verkehr fließt wunderbar.
Allerdings heißt das alles nicht, dass es wie ausgestorben ist. Wer in Reykjavik abends etwas im Restaurant essen möchte, sollte sich im Voraus um eine Reservierung kümmern. Es ist sonst nahezu unmöglich, einen Tisch zu bekommen.
Entweder man wartet dann eine unbestimmte Zeit, bis etwas frei wird oder kommt später wieder.
Eines Abends fuhren wir extra in die Innenstadt, weil Kim unbedingt in einen beliebten Laden wollte, in dem eine typisch isländische Spezialität serviert wird.
Doch leider brachte ich Kim vorerst um sein Essen, weil ich kurz bevor wir reingingen noch Fotos von der geschmückten Straße machen wollte.
Zwei Männer liefen vor uns, sahen das Restaurant und entschieden sich ganz offensichtlich spontan hineinzugehen, wir direkt hinter ihnen.
Sie schnappten uns den letzten freien Tisch vor der Nase weg und dann ging natürlich eine Diskussion los, warum ich denn so dringend noch Fotos machen musste. 🤣
Ein Glück war es nicht der einzige Laden, in dem es das Gericht gab und wir fuhren zu einem anderen.
Der war (natürlich) auch voll aber wir ergatterten nach kurzer Zeit zwei Plätze und endlich die langersehnte
“ Súpa í brauði“
für 15€.


Um noch mal auf die geschmückte Straße zurückzukommen.
Wir waren etwas vor Mitte November vor Ort und es erstrahlte zu meiner großen Freude bereits alles in weihnachtlicher Pracht.



Mein persönlicher Favorit blieb aber eine Tankstelle, die ich euch nicht vorenthalten möchte..



Ich vermute Weihnachten ist ein beliebtes Fest in Island. 😁
Eine Sache, die wir sehr praktisch fanden und uns gut gefallen hat, waren die integrierten Babyschalen auf den Einkaufswagen im Supermarkt.

Würde in Berlin natürlich niemals funktionieren sowas. 😂
Die Schalen wären schneller geklaut als sie raufmontiert wurden.
Was sich zum Einkaufen in Island noch sagen lässt, ist dass die Kernöffnungszeiten Montag-Freitag, 9-18 Uhr sind.
Ich erwähnte ja bereits, dass die Bürgersteige hier hochgeklappt werden und als wir Briefmarken an einem Samstag kaufen wollten, mussten wir das wieder bitter feststellen.
Unser Gastgeber schickte uns in einen Ort namns „Mjodd“, in dem es eine Poststelle geben sollte, die hatte aber zu.
Wir fragten an einer Busticketverkaufsstelle gegenüber nach und trauten unseren Ohren nicht, als der Mann sagte, dass gegenüber eine Post ist. 😂
Wir fragten uns noch einige Male durch und irgendwie wusste auch niemand so richrig wo man überaupt Briefmarken kaufen kann. Nachdem wir hin und her geschickt wurden und es nirgends welche gab, entdeckte ich eine Buchhandlung.
Die Verkäuferin war gerade damit beschäftigt einer Oma ausgiebig Kinderbücher zu zeigen. Da meine Geduld schon ziemlich strapaziert war, ging ich zu den beiden und guckte die Verkäuferin auffordernd an, doch die hatte die Ruhe weg und ignorierte meine Blicke. Richtige Isländerin. 😂
Ich wollte doch nur ein paar verdammte Briefmarken!
Endlich konnten wir fragen und wurden entschädigt, als wir die coolsten Briefmarken kauften, die ich je gesehen habe. Es waren zwar gleichzeitig auch die Teuersten aber das war dann auch egal.

Vielleicht könnt ihr es schon sehen. Die Marken waren komplett aus Fell und fühlten sich total lustig an.
Die lange Suche und die 7€ dafür hatten sich gelohnt! 💌
Später an diesem Tag durchfuhren wir noch ein mystisches Gebiet, von dem wir uns sicher waren, dass hier Kobolde, Trolle und Feen leben würden.
Natürlich mussten wir aussteigen und uns auf die Suche machen.


Genau wie die Nordlichter versteckten die zauberhaften Wesen sich auch hier sehr gut und obwohl ich mit Grashalmen in kleinen Erdlöchern herumbohrte, kam kein Kobold zum Vorschein. 🤭



Was ich noch als wichtig empfinde ist das Essen auf einem Roadtrip.
Ihr kennt das.. Man hat gefrühstückt, fährt los und kaum ist man unterwegs, tut der Magen so, als hätte er noch nie was zu Essen gesehen.
Deshalb waren wir natürlich auf unseren langen Fahrten immer bestens ausgestattet. Ich schmierte fleißig Brote und goss Tee aus unserer Thermoskanne in die Becher.

Abschließend lässt sich sagen, dass Island auf jeden Fall eine Reise wert ist.
Ein cooles und zwangloses Land, das viel raue Natur zu bieten hat. Wer auf Wandern und unendliche Weiten steht, auf den warten hier viele Möglichkeiten.
Neben den Nordlichtern lassen sich hier auch einige andere mögliche Bucketlistpunkte abarbeiten.
Einen Mietwagen würde ich hier jedem ans Herz legen, der was vom Land sehen will. Außerdem ist man immer mobil und sein eigener Herr.
Natürlich gibt es auch Ausflüge / Touren, die sind aber teuer und man ist immer auf die Gruppe angewiesen und abhängig.
Island ist ein teures Land was den Lebensunterhalt betrifft, also spart ordentlich und stellt euch auf gesalzene Preise ein. 🤑
Kim und ich sind uns einig, dass Island sich auch wunderbar für eine Reise im Sommer eignet. Die Temperaturen liegen dann bei etwas unter 15 Grad und erfordern weitaus weniger Kleidungsaufwand.
Es ist länger hell und außerdem weht einem der Wind nicht ständig mit vernichtender Kälte um die Nase. 🥶

Ich verabschiede mich nun (vorerst). Denn ihr wisst ja..
Nach der Reise ist vor der Reise.
❤️


















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