Der heutige Tag der Reise war ein ganz besonderer, denn ich erfüllte mir einen Wunsch, der schon lange auf meiner Bucket List stand.
„Vulkanwanderung“
Ich hatte bereits letztes Jahr die Chance es in Guatemala zu machen, entschied mich jedoch aufgrund des mehrtätigen Aufstiegs dagegen.
Umso mehr wollte ich meine Chance hier nicht verpassen, denn auf den hiesigen Vulkan dauert der Aufstieg nur 1,5 Stunden. 😃
Wir buchten eine „kurze Tour“, die um 4:30 losging und nur den Aufstieg ohne Schnick Schnack wie Mittagessen oder Stopps beim Fruitmarket etc. beinhaltete. Kurze Zeit später erhielten wir vom Anbieter die Anfrage, ob wir für den gleichen Preis nicht die volle Tour mit Mittagessen usw. haben wollen. Wir witterten die Chance auf eine Privattour und lehnten daher ab und hatten Glück.
Am nächsten Morgen waren wir tatsächlich die Einzigen.
Privattour! 🥳
Der Guide -Aris- war in unserem Alter und wir verstanden uns direkt alle sehr gut. Da es noch einen extra Fahrer gab, unterhielten wir uns die gesamte Fahrt mit Aris und nutzten die Gunst der Stunde um mehr über die Philippinen aus erster Hand zu erfahren. Ich erkundigte mich über das Gesundheits-und Versicherungssystem und über die Arbeit von Krankenschwestern im Land. Wir erfuhren außerdem noch zu den Themen Kultur, Mentalität, Sprache und Cockfights interessante Dinge.
Das Beste blieb aber eigentlich mein Schokokuchen, den ich genüsslich um 5 Uhr Morgens im Auto verspeiste.

So nun zurück zum Thema. Ich will gar nicht so tun als hätte ich keine Angst gehabt. 😂 Der Vulkan ist aktiv und mindestens genauso gefährlich wie ich, wenn ich schon mehr als zwei Stunden nichts gegessen habe.
Jeder weiß, dass die Sauerstoffversorgung mit steigender Höhe abnimmt und die Sportlichste war ich auch noch nie.
Hab ich schon erwähnt, dass wir in der Nacht beide nicht mehr als eine Stunde geschlafen haben?
Perfekte Voraussetzungen da hoch zu laufen nicht wahr?!
Ein Glück schaffte Dilara es, meine Aufregung verblassen zu lassen und wir packten es gemeinsam an.
Zunächst ging es auf ein für die Philippinen typisches Boot rüber zur Vulkaninsel, die sich „Taal Volcano“ nennt.




Das Taal Volcano ist übrigens wie eine eigene kleine Stadt, in der die Menschen völlig eigenständig von Landwirtschaft leben. Sie machen sich die Vulkanerde, die besonders fruchtbar ist zu Nutze. Es gibt sogar eine Grundschule.
Auf der anderen Seite angekommen, hatten wir die Wahl zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes den Aufstieg anzutreten. Klar, dass wir im Sinne der Tiere zu Fuß gingen.
Außerdem wäre auf einem Pferd hochreiten auch irgendwie nicht das Gleiche, wie aus eigener Kraft.

Endlich begann der Aufstieg. Zunächst flach und entspannt.
Das änderte sich jedoch ziemlich schnell. Es wurde steil, sandig, rutschig und steinig. Manchmal glich das Unterfangen mehr einer Schlitterpartie 😂
Schnell kamen wir ins Schwitzen und legten nach ca. 20 Minuten die erste Pause ein.


Und wieder weiter! Wir kamen immer höher und höher. Ich spürte wie mein Herz begann zu ziehen und ich versuchte immer tiefer einzuatmen, was aber nicht den gewünschten Effekt auslöste.
Das geschah eine Weile unbewusst, bis ich bemerkte, dass es daran liegt, dass die Luft allmählich „dünner“ wurde.
Ich musste mich ganz schnell zwischen
a) in Panik verfallen
oder
b) Verdrägen
entscheiden.
Ich entschied mich für Letzteres und trieb mich weiter voran.
Wir kamen dem Krater nun so nah, dass die Erde unter uns bereits dampfte. Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und es wurde noch etwas heißer als es ohnehin schon war.
Die letzte Zerreißprobe stellte der verbleibende Teil der Strecke dar, wir keuchten den letzten Kilometer hinauf.




Es war atemberaubend und jede Anstrengung wert. Wir verweilten eine knappe Stunde, blickten in den Krater, beobachteten die Rauchschwaden die aufstiegen und genossen einfach die Aussicht und das Feeling.
Den Abstieg traten wir klebrig vom Schweiß, mit zerkratzten Beinen und jeder Menge Staub und Dreck am Körper an.
Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen ganz vornehm mit Sonnenschirm runter zu laufen. 😂

Während wir abstiegen kamen uns große Tourigruppen entgegen, leider so gut wie alle auf Pferderücken. Die Tiere ächzten unter dem Gewicht der Leute den Weg hinauf. 😥



















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