Antigua, Guatemala

Zugegebenermaßen hat es uns einige Überlegungen gekostet, bis wir uns entgültig entschieden haben nach Guatemala zu reisen. Ich habe versucht mich über sicheres Reisen in dem Land zu informieren und habe nur abschreckende Dinge gelesen. Von bewaffneten Raubüberfällen über Vergewaltigung, Bedrohung und Verschleppung war alles dabei. Besonders gefährdet ist man natürlich als Tourist.
Ich las auf Blogs, wie andere Reisende ganz offen darüber schrieben, wie sie überfallen wurden und sogar sicheres Geldabheben sei bei bewachten Banken nicht garantiert.

Nachdem ich auf der Seite des deutschen Auswärtigen Amtes dann gelesen habe, dass die Strecke, die Kim und ich direkt nach Ankunft zu unserem ersten Ziel fahren wollten, die  meistüberfallene und die gefährlichste sei, brach ich meine Recherchen ab.
Am kommenden Tag erforderte die Zeit jedoch eine Entscheidung.
Manche von euch wissen, dass Guatemala ganz oben auf meiner Liste stand und ich mich auf der ganzen Reise auf dieses Land am meisten freute. Das war letztendlich auch der Grund warum wir gesagt haben – wir wagen es.
Mit gemischten Gefühlen ging es am nächsten Tag zum Flughafen, aber ich kann euch sagen, dass die Vorfreude doch in mir hochkam. Endlich Guatemala ❤️

Das Abenteuer beginnt ja immer schon, sobald Kim und ich ein Flugzeug betreten. Eine Hand schweißnasser als die andere, aber Hauptsache voreinander einen auf cool machen. 😂
Wir hatten das „Glück“ gaaanz hinten in der letzten Reihe zu sitzen. Wer sich ein bisschen mit Fliegen auskennt, der weiß, je weiter hinten, umso wackeliger und ruckeliger ist es.

Die Fluggesellschaft hatte auf jeden Fall noch nie was von Beinfreiheit gehört. Selbst für mich war es eng und ich bin kein Riese. (So wie Kim, der mehr Probleme hatte) 😆
Der Flug verlief trotz letzter Reihe super, bis es in den Landeanflug ging.
Da wir über gebirgeartiges Gebiet flogen war es sehr windig.
Am Anfang ging es noch doch plötzlich kam ein Luftloch, das uns für ein paar Sekunden nach unten fallen ließ. Sprich nicht eins von den kurzen, die kaum angefangen schon wieder vorbei sind. Als ob das noch nicht genug war, fing das Flugzeug stark an zu wackeln, was ja auch noch nicht sooo schlimm ist. Wir sind schon oft und viel zusammen geflogen und haben einiges erlebt aber als wir anfingen wirklich heftig wild nach rechts und links „geschleudert“ zu werden und alle Passagiere in ihren Sitzen und mit den Köpfen wackelten war es bei uns in der letzten Reihe eh mehr als vorbei. Ich habe nur noch „fuuuck“ und „oh meeein Gooott“ gerufen und das haben alle in der Umgebung gehört, was mir aber furchtbar egal war 😂
Ich starrte aus dem Fenster und sah Häuser, die von einem riesigen Loch in der Erde in die Tiefe gerissen wurden und hoffte, dass wir nicht auch gleich da drinnen landen.
Im Nachhinein erfuhren wir, dass der Anflug auf Guatemala-Stadt wohl immer so ablaufen würde.

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Da konnte dieser Ausblick auch nicht wirklich mehr helfen

Wir kauften am Flughafen ein Busticket nach Antigua und der Mann brachte uns zu dem kleinen Bus. Als wir aus dem Gebäude kamen, standen da Massen an Einheimischen und taten als würde gleich ein hoher Gott einreisen.
Ballons, Torten, Kuscheltiere, Girlanden Schilder usw. Und ich sage euch, es waren wirklich Massen, der Typ vom Bus musste sich vor uns den Weg freikämpfen. Während wir durch die Meute liefen bemerkten wir beide, wie uns die Einheimischen richtig böse anstarrten.

Auf der Motorhaube des Kleinbusses stand schön dick und fett „Turismo“.
Quasi direkt als Hinweis für die kriminellen Banden. 😂
Wir stiegen ein und hätten mal lieber die Beinfreiheit im Flugzeug genießen sollen.

Die Beine gerade vor sich zu haben, war nun nicht mehr möglich. Dazu vllt. noch ein-zwei Personen zu viel im Bus. Aber nur vielleicht 😉
Es ging durch die Hauptstadt Guatemalas bis zum Ziel Antigua. Das ist eine kleine Stadt mit 45.000 Einwohnern. An der Stelle muss ich dazu sagen, dass dies nicht unser ursprüngliches Ziel war. (Das wohin die Strecke so gefährlich ist)

Wir entschieden uns erstmal für Antigua, weil es näher am Flughafen dran war als unser eigentliches Ziel und wir vor Ort erstmal ein Gefühl für das Land entwickeln wollten.
Ein erstes Gefühl vermittelten uns dann auch gleich bewaffnete Männer, die am Straßenrand wache standen oder auch die Männer, die die Eingänge von bekannten Schnellrestaurantketten mit ihren Gewehren schützten. Wir schafften es unbeschadet und ohne Zwischenfälle ans Ziel 😀

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Arco de Santa Catalania
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Antigua besteht komplett aus kleinen Gassen, ist optisch von der spanischen Kolonialzeit geprägt und die gesamte Stadt kann zu Fuß erkundet werden.
Auf dem Bild seht ihr im Hintergrund eines der Wahrzeichen von Guatemala, das zum Weltkulturerbe zählt.
Außerdem liegt Antigua an zwei Vulkanen, von denen einer noch teilweise aktiv ist. Die Vulkane sind von jeder Position in der Stadt immer zu sehen (wenn es nicht gerade super bewölkt ist, wie auf dem Bild).

Wir fühlten uns sofort wohl in Antigua, die Stadt ist voller Charme und hat viel Spaß gemacht. Von den Sicherheitsproblemen, die das Land hat sah man optisch etwas aber zu spüren war es nicht. Die Touris hatten ihre Kameras um den Hals, alle liefen offen mit ihren Handys in der Hand herum und niemand schien sich dafür zu interessieren. Außer die bösen Blicke der Einheimischen, die blieben. Besonders gerne warfen sie einem aus ihren Autos heraus Todesblicke zu. ​🥲


Es gab kein Fenster, das nicht mit solchen Gittern geschützt war. Kioske waren teilweise nicht zu begehen, weil sie komplett hinter Gittern waren. Man musste dem Verkäufer sagen, was man wollte und er gab es dann hinter den Gittern hervor.
Unser Airbnb wurde 24/7 durch einen Sicherheitsmann bewacht.

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