Wie versprochen, gibt es hier nun den Einzelbeitrag über Montana. 😊
Wir sind fast eine Woche in Big Sky, umgeben von wilder, unberührter und rauer Natur.
In diesem Fall brauchte es nur einen Schritt aus der Unterkunft heraus, um mittendrin zu sein. 🌲

Unsere Unterkunft erfüllte alle Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit Kim und ich uns wohlfühlen. Wir brauchen immer sehr viel Platz, um uns entfalten zu können und wenn wir dann noch von einigen Zimmer aus, direkt auf Wasser schauen können, ist es mehr als perfekt. 😍
Der Besitzer bot uns zwei kostenlose Zusatznächte an. Einen Tag früher ankommen und einen Tag später abreisen, mega nett. 💫
Da wir aufgrund von Fahrtweg nicht einen Tag früher ankommen konnten, verblieben wir so, dass wir dem Besitzer spontan bescheid geben, ob wir länger bleiben.
Nach ein paar Tagen waren wir in der Lage uns eine Meinung zu bilden und weil es uns so gut in Montana gefiel, verlängerten wir dann auch tatsächlich und konnten ein mal mehr auskosten, dass wir ungebunden und flexibel reisen. 😍
In der Unterkunft gab es auch einen Kamin, dem wir aber zunächst keine Aufmerksamkeit schenkten, weil wir beide dachten, wir sind keine Kaminfans.
Tagsüber, wenn die Sonne schien, waren die Temperaturen noch angenehm, aber abends wurde es dann doch schnell kühl und wenn man sich draußen aufhielt, kroch einem die Kälte den Körper hoch.
Somit lächelte uns der Kamin dann doch eines abends an, wir waren von der gemütlichen Atmosphäre und Wärme, die er ausstrahlte begeistert und fortan brannte er jeden Abend. 🔥

Montana hat uns besonders mit wilder und rauer Natur überzeugt.
Wieder eine völlig neue Seite der USA durften wir hier kennen lernen. 😍

Es gab nicht viele Einwohner, eine einzige Straße, die entweder hoch in das Gebirge oder wieder herunter führte. Ein paar wenige (übermäßig teure) Minisupermärkte und keinen Handyempfang. 😁
Der wilde und super klare Gallatin River durchzieht die kleine Stadt und weite Teile der Umgebung, er prägt die Atmosphäre und Szenerie der Natur hier deutlich.
(Kleiner Hinweis, wenn ihr mehrere Bilder nebeneinander seht, könnt ihr diese immer ein mal zum großen Aufrufen anklicken).



Wenn man in Montana unterwegs ist, werden einem auf der Autobahn sehr große Schilder begegnen, auf denen Fotos von aggressiven Grizzlybären drauf zu sehen sind, auf denen gewarnt wird:
„Montana is grizzly bear state, be prepared.“
Macht einem irgendwie erstmal Angst, aber mittlerweile hatten wir in einem der Minisupermärkte Bärenabwehrspray gekauft.
Dies tragen hier übrigens alle in ihrer Gürtelschlaufe, immer und sofort griffbereit.
Das ist irgendwie so selbstverständlich, wie ein Rucksack oder so.
Ganz normales Accessoire. 😅
Sowieso ist hier alles bärensicher gestaltet. Jeden Mülleimer den man auf öffentlichen Plätzen / Straßen / Parkplätzen findet, sind bärensichere Container.
Aufklärungsschilder wie man am sichersten in einer Gegend lebt, in der Grizzlybären vorkommen, findet man auch oft. 😁
Wir stießen zufällig auf einer unserer Fahrten auf ein Grizzlybär Sanctuary (rein übersetzt so viel wie „Zufluchtsort“) und besuchten es ganz spontan.
In ein Sanctuary kommen verletzte oder verstoßene Tiere und werden dort aufgepäppelt.
Hier lernten wir Bella kennen, eine 10 jährige Grizzlybär Dame mit Geschichte.

Bella kommt aus Kanada.
Hier wurde sie als Babybär, hoch oben in einem Baum gefunden, nachdem sie dort mehrere Tage nach ihrer Mutter geschrien hatte.
Wie wir erfuhren, ist es am wahrscheinlichsten, dass ihre Mutter von einem Männchen getötet wurde und Bella so alleine zurückblieb.
Sie wurde zunächst in einen Zoo nach Alaska (USA) gebracht, dieser kontaktierte dann aber das Sanctuary in Montana, wo Bella dann hingebracht wurde.
Während unseres Besuches machte Bella typische Bärensachen und ließ sich von ihren Zuschauern überhaupt nicht beeindrucken.
Sie lief neugierig herum, spielte mit Steinen oder nahm ein ausgiebiges Bad. 🐻😂




Nicht alle Tiere, die hier her kommen, können auch wieder in die freie Wildnis entlassen werden.
Bella z.B. kam als Baby und würde in der Wildnis nicht lange machen, da ihr die ganzen Fähigkeiten, die ihre Mutter ihr über drei Jahre hinweg beigebracht hätte, nie erlernt hat.
Ein Glück machte Bella dennoch einen zufriedenen Eindruck in ihrem Sanctuary 😀

Unseren kostenlos dazu gewonnenen Tag wollten wir nutzen, um eine Montana Abschlusswanderung im Custer Gallatin National Forrest zu unternehmen.
Ziel war der „Lava Lake“ , die Strecke wird mit dem Grad moderat angegeben, dem können wir zustimmen. Es waren ungefähr 13 km und es kostete uns auf jeden Fall einiges an Anstrengung aber wir hatten schon schlimmere Wanderungen. 😂🥵



Es sollte sich lohnen, denn der Anblick, der sich uns offenbarte, nachdem wir den unebenen Aufstieg hinter uns gebracht hatten, machte sich mehr als bezahlt.
Nachdem man die ganze Zeit von dichtem Wald und steilen Felsen umgeben war, trat man auf einmal heraus, wie auf eine Lichtung, nur dass da ein riesiger See inmitten der Rocky Mountains vor einem lag.



Wir entschieden uns eine Weile zu bleiben und umrundeten den See noch ungefähr zur Hälfte. Kim angelte noch ein bisschen, während ich die Sonne genoss. 🌞

Nach einer gewissen Zeit des Ausruhens stand ich auf und meine Beine waren so müde, dass ich mich fragte, wie ich den ganzen Weg wieder zurück schaffen sollte. 😂
Paradoxerweise finde ich runter immer schlimmer, als hoch.
Es ist viel anstrengender in meinen Augen, mit den Beinen und Knien gegen einen steinigen Abhang zu steuern, als wenn man einfach nur, egal ob uneben oder nicht, Steigung läuft.
Der Weg zurück war der Horroooor. 😵💫
Erstens hatte ich auf dem Rückweg nach unten viel mehr Angst vor einem Grizzlybär, als auf dem Weg nach oben. (Keine Ahnung wieso, aber es erschien mir logisch) und nach circa 20 Minuten hatte ich dann sowas von keinen Bock mehr gehabt zu laufen und all das, mit dem Wissen, dass es noch seeehr lange dauern wird.
Ich wurde zwischendurch total ungläubig, wie wir den ganzen Weg überhaupt hochgekommen sind.
Ich hab es nicht mehr verstanden und ich dachte es wird niemals ein Ende nehmen. 😂
Viel machen außer Aushalten, bleibt einem dann aber leider nicht übrig. 🤭
Nachdem ich 5 Minuten im Auto saß, war jede Anstrengung vergessen und es wurde eine wunderschöne Erinnerung. 💚🌲

















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